Was mit Traumstadt geschah
Setz dich einen Augenblick. Bevor du hinabsteigst, solltest du wissen, was uns hierhergeführt hat.
Traumstadt war einmal ein Ort, an dem man sich um morgen kaum sorgen musste. Seit der Gottkönig Zakynthos sie vor rund dreihundert Jahren gründete, wuchs sie zu einem der größten Handelsposten Sancturios. Händler brachten ihre Waren, Pilger ihre Geschichten, und die Glocken riefen uns zum Gebet. Wir waren gottesfürchtige Menschen. Wir hatten Arbeit, volle Märkte und ein gutes, glückliches Leben. Vielleicht hielten wir diesen Frieden irgendwann für selbstverständlich.
Vor wenigen Tagen, mitten am helllichten Tag, begann die Erde zu beben. Becher sprangen von den Tischen, Türme schwankten, und unter dem Herzen unserer Stadt brach das Pflaster auf. Als der Staub sich legte, war dort ein Riss. Er führt hinab in einen Dungeon, dessen Tiefe niemand ermessen kann. Die Gänge scheinen kein Ende zu nehmen. Manche behaupten, dieser Ort sei älter als unsere Stadt. Niemand weiß, was wirklich unter uns liegt.
Am Rand des Abgrunds wartet ein Portal. Es folgt einem Gesetz, das wir nicht verstehen: Es lässt immer nur zwei Menschen gemeinsam hindurch. Einen Einzelnen weist es ab, einem Dritten bleibt der Weg versperrt. Seit sich das herumgesprochen hat, kommen täglich Abenteurer nach Traumstadt. An unseren Tischen werden Gefährten gefunden, Bündnisse geschlossen und Expeditionen gegründet. Zwei Namen, ein gemeinsamer Abstieg — und die Hoffnung, einander wieder ans Licht zu bringen.
Nachts bleibt die Tiefe nicht immer still. Manchmal entkommen ihr Kreaturen und greifen unsere Bewohner an. Wir halten Wache, doch an manchen Türen brennt das Licht inzwischen bis zum Morgen. Seit so viele Abenteurer hier sind, können wir die Angriffe besser zurückschlagen. Dafür bin ich dankbar. Aber längst nicht jeder kommt, um uns zu helfen. Manche träumen von unendlichen Schätzen, andere von Macht. Wieder andere glauben, dort unten das Geheimnis unserer Welt zu finden.
Ich kann dir nicht sagen, welche dieser Hoffnungen wahr wird. Nur, dass Traumstadt Hilfe braucht — Menschen, die hinsehen, wo wir noch keine Antworten haben. Wenn du bereit bist, such dir einen Gefährten. Gebt eurer Expedition einen Namen und passt aufeinander auf. Und wenn ihr wieder heraufkommt, ist hier ein Platz für euch frei. Versprich mir nur, dass ihr versucht, beide zurückzukehren.
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